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Aus den Ozeanen direkt nach Kiel

ENDLICH WIEDER PERSÖNLICH UND UNTER FREIEM HIMMEL – DER KIELER KULTURSOMMER XXL IST BEREITS IN VOLLEM GANGE. EINE DER NOCH KOMMENDEN VERANSTALTUNGEN SOLLTEN UMWELTLIEBENDE UND MEERESBEGEISTERTE IN JEDEM FALL IN IHREN KALENDERN VORMERKEN. DAS OCEAN POP-UP-FESTIVAL BRINGT AB DEM 13. AUGUST IN EINEM ZWEIWÖCHIGEN PROGRAMM MEERESSCHÜTZER*INNEN, FILME, LESUNGEN, DISKUSSIONEN, AUSSTELLUNGEN, BANDS UND VIELES MEHR AUF DIE WIESE AM AQUARIUM GEOMAR UND AUF DIE KIELER FÖRDE.



Den Auftakt macht am 13. August der deutsche Extremschwimmer André Wiersig. Dem zweifachen Familienvater gelang es als erstem Deutschen – und weltweit sechstem Schwimmer überhaupt – die sogenannten ‚Oceans Seven‘ erfolgreich zu absolvieren. Die ‚Oceans Seven‘ entstanden 2008 als Äquivalent zu den ,Seven Summits’ der Bergsteiger. Es handelt es sich um eine siebenteilige Herausforderung für Langstreckenschwimmer*innen, bei der es weltweit verteilte Meerengen und Kanäle zu durchqueren gilt. Die Aufgabe führt die Freiwasserschwimmer*innen durch den Ärmelkanal zum Nordkanal zwischen Schottland und Irland, weiter zur Straße von Gibraltar, von der Cookstraße Neuseelands über die Tsugaru-Straße in Japan und von der Insel Santa Catalina bis zum Festland Kaliforniens. Zum Abschluss folgt die mit 44 Kilometern längste Strecke des Kaiwi-Kanals in Hawaii. Im Rahmen seines Vortrags wird Wiersig von seinen Reisen, Erfahrungen und Erlebnissen berichten. Von meterhohen Wellen über eisige Kälte und entlegene Orten, aus- gerüstet allein mit Schwimmbrille und Badehose, statt wie sonst üblich mit Hightech-Taucheranzügen aus Neopren. Im Anschluss zeigt der in Zusammenarbeit mit dem NDR produzierte Film „In der Badehose durch die Weltmeere“ in beeindruckenden Bildern die Vorbereitungen und Herausforderungen des 48-Jährigen. Dem Schwimmer machten nicht nur die körperliche Anstrengung zu schaffen, sondern auch die Zustände der Ozeane. Wer erwartet schon, in einem Ozean am anderen Ende der Welt plötzlich seinen Kopf an einer Euro-Palette zu stoßen? Aber auch das ist Teil der Geschichte. Um den Eröffnungstag feierlich ausklingen zu lassen, wird die Kieler Band ‚Coast Guards‘ am wunderschönen Ufer der Kieler Förde für musikalische Unterhaltung sorgen.

Ganz im Sinne des Extremschwimmens können am folgenden Tag wagemutige Wassersportler ausprobieren, ob sie vielleicht selbst das Zeug dazu haben, eines Tages bei den ‚Oceans Seven‘ anzutreten. Im Rahmen des Lighthouse Swim Open Water findet am 14. August die erste Schwimmveranstaltung auf offenem Wasser in Kiel statt. Nach einer Demonstration durch André Wiersig werden über 100 Schwimmer*innen über zwei verschiedene Distanzen die Kieler Förde durchqueren. Die mit einer Länge von vier Kilometern „kurze“ Strecke führt die Teil- nehmenden vom Startpunkt Schilksee bis zum Leuchtturm Friedrichsort. Zur Sicherheit aller Schwimmer*innen wird hierfür die Schifffahrtsstraße eine Stunde lang gesperrt.


Für alle, denen das nicht genug ist, gibt es zusätzlich die Möglichkeit, weitere zehn Kilometer bis hin zum insgesamt 14 Kilometer entfernten Segelcamp Camp 24/7 zurückzulegen. Damit auch hierbei stets die notwendige Sicherheit gewährleistet werden kann, werden die Teilnehmenden der Langstrecke durch jeweils ein eigenes Kajak begleitet. Am Nachmittag gegen 17 Uhr werden zum Abschluss des Tages die teilnehmenden Schwimmer*innen geehrt. Unterstützt werden die Kieler Veranstalter hierbei von den Organisatoren des Partnerfilmfestivals aus San Francisco. Es ist bewusst keine Siegerehrung im traditionellen Sinne, denn hier beim Freischwimmen geht es nicht um einen Wett- bewerb und darum, wer als Erstes am Ziel ankommt. Das Ziel der Veranstaltenden in Zusammenarbeit mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein liegt darin, auf die sich zusehends verschlechternde Umwelt- situation aufmerksam zu machen, sowie Unterstützung und Spenden für den Schutz der Meere zu sammeln. Der Wettkampfgedanke des Freiwasserschwimmens wird ersetzt durch das Ziel der gemeinsamen Veränderung zum Wohle der Gemeinschaft. Hierfür hat sich die Sparkasse Kiel bereit erklärt, alle ab dem 28. Juli getätigten Spenden zu verdoppeln.

Wie genau sich unser Klima, unsere Meere und unsere Lebensweisen verändern, wird am 18. August durch die Vorführung des Films „Steigende Pegel“ veranschaulicht. Ereignisse wie die Flutkatastrophe in West- und Mitteleuropa dieses Jahrs zeigen, dass auch küstenferne Gebiete nicht vollkom- men sicher vor der zerstörerischen Kraft des Wassers sind. Dabei sind es gerade die Küstenregionen und Inseln, welche zusehends von steigenden Pegeln bedroht werden. Die Filmemacher zeigen, wie sich Grönland und die Antarktis voraussichtlich entwickeln werden und welche Folgen ein ansteigender Meeresspiegel für bekannte Städte und Gebiete nahe den Küsten haben könnte. In dem Film skizzieren lange Zeit ungehörte Wissenschaftler das Bild einer zukünftigen Welt.


Abgerundet wird die Vorführung durch die sich anschließende Podiumsdiskussion zum gleichen Thema. Das Gespräch leiten wird die freie Fernseh- und Eventmoderatorin Kristin Recke. Bei den Teilnehmenden handelt es sich unter anderem um Gäste aus dem Bereich der Wissenschaft, wie dem Ozeanografen und Klimaforscher Martin Visbeck, der Geografin Dr. Jana Koerth und dem Verantwortlichen für das mittlere Nordfriesland des Landesbetriebs für Küstenschutz Schleswig-Holsteins, Florian Schröter. Da die Folgen des Klimawandels und die Veränderung des Meeresspiegels nicht nur Folgen für unsere Umwelt, sondern auch für das alltägliche Leben der Menschen haben werden, wird das Diskussionspanel um den Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, Jan Philipp Albrecht und den Oberbürgermeister Kiels, Dr. Ulf Kämpfer ergänzt.

Weniger politisch, aber bei Weitem nicht weniger interessant wird die Autorinnen-Lesung der arte-Moderatorin und Filmemacherin Dörthe Eickelberg. Am 27. August stellt sie ihr Buch „Die nächste Welle ist für Dich“ im Rahmen einer öffentlichen Lesung vor.

Die begeisterte Surferin erzählt von dem Gefühl der Freiheit, welches Surfen auslösen kann, aber auch von der Angst, welche beim Zähmen von Monsterwellen unausweichlich aufkommt. Dabei handelt es sich nicht um ein Buch, das ausschließlich auf ihren eigenen Erlebnissen basiert. Vielmehr erzählt sie die Geschichten unterschiedlicher Frauen, welche sich – verstreut auf der ganzen Welt, von Palästina über Südafrika bis hin zum Surfer-Mekka Hawaii – nicht nur gegen die Kraft der Wellen, sondern auch gegen traditionelle Kulturen und Sitten ihrer Länder stellen. Denn was für uns ein Hobby oder aufregender Zeitvertreib im Urlaub ist, stellt in Ländern wie Indien oder Palästina einen Akt der Provokation dar. Gepaart mit beeindruckenden Bildern vermittelt das Buch die Botschaft ‚Im Gegensatz zum Land kennt das Meer keine Grenzen‘. Für zwei Wochen bis zum 29. August verspricht das Ocean Pop-up also zahlreiche spannende Veranstaltungen und bringt verschiedenste Künstler*innen und Projekte rund um die Themen Ozeane, Meereslebewesen und den Schutz der Meere nach Kiel. Die zahlreichen Film- und Theatervorführungen, Lesungen und Konzerte versprechen gute Unterhaltung für die ganze Familie. Für die entsprechende Verpflegung sorgen die Leckereien von Microgreens und der Lille-Brauerei.



Das vollständige Programm finden Sie unter: www.cinemare.org Der Eintritt ist übrigens frei!

CineMare UG

Knooper Weg 149a • 24118 Kiel

Tel: +49 (0) 160 6645 034

Email: info@cinemare.org

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