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Boden mit eigener Handschrift


Zu Hause ist da, wo wir barfuß durch die Wohnung laufen – und selbstverständlich soll sich der Boden an unseren Füßen richtig gut anfühlen: In manchen Räumen wünschen wir uns einen warmen und flauschigen Teppich, in anderen soll die Bodenfläche lieber glatt und pflegeleicht sein. Für Letzteres ist Malermeister Sascha Fahnemann mit seinem Unternehmen Art & Raumdesign aus Kiel-Russee Experte. Wir haben einen leichtfüßigen Blick auf seine einzigartigen Böden mit Charakter geworfen.


In der Zusammenarbeit mit Sascha Fahnemann schätzen die Kunden neben seiner enorm hohen Kompetenz auch die Transparenz und den Einblick in sein Handwerk, wie der Malermeister betont: „Wir sind auf Facebook so groß wie sonst kein anderer Malerbetrieb in Schleswig- Holstein“, verrät er stolz. Gerne nimmt er seine Follower mit, wenn er für sie neue Materialien erprobt oder spannende Arbeitsprozesse hinter den Kulissen teilt. Dadurch wird das Gestalten eines neuen Bodenbelags oder einer Arbeitsplatte zum virtuellen Live-Event. Abonnenten des Social Media Profils können so direkt das handwerkliche Tun begleiten und nicht selten schauen die Kunden von Sascha Fahnemann vom Nebenzimmer aus live bei seiner Arbeit zu. Auch gibt es bei ihm so einige Tipps zum Abschauen: „Bei Vorführungen in der Werkstatt stelle ich regelmäßig mögliche Fehlerquellen vor, damit die Leute wissen, worauf es zu achten gilt.“ So viel Authentizität kommt richtig gut an! Der Grund für die Offenheit liegt auf der Hand: Sascha hat nichts zu verbergen, denn er beherrscht sein Handwerk wie kein anderer. „Ich habe eine Technik entwickelt, die sonst keiner kann.“


Seit mehr als 8 Jahren ist er selbstständig, bildet sich regelmäßig fort und ist immer bestrebt, auf dem aktuellsten Stand seines Fachs zu sein. „In Kiel und Schleswig-Hol- stein bin ich der Einzige, der das Epoxyflooring in dieser Art und Weise anbietet.“, so der Malermeister.


Aber was hat es eigentlich genau mit dem Material Epoxidharz auf sich? Der Kunstharz, auch kurz Epoxy genannt, ist für seine Langlebigkeit bekannt. Für die Böden von Lager- und Montagehallen, Ausstellungsräumen oder Einzelhandelsgeschäften ist das Material daher schon lange Zeit die erste Wahl. Im privaten Wohnraum erfreuen sich Epoxidharzböden aber ebenfalls wachsender Beliebtheit, denn es lassen sich damit spannende Effekte und Optiken erzielen. „Das Besondere daran ist, dass man tolle, nahtlose Übergänge schaffen kann.“ Das fugenlose Finish ist super, denn das wirkt optisch ruhiger und harmonischer – und sowieso sind Fugen ja oftmals kleine Schmutzfänger.



Die Designideen, die Sascha Fahnemann für seine Kunden umsetzt, sind vielfältig. „Dabei spielen die gewünschte Haptik und Optik eine große Rolle“, erklärt er. „Das zur Verfügung stehende Farbspektrum ist mit 260 Pigmenten, die untereinander gemischt werden können, riesengroß!“ Die Designs können einfarbig und ruhig bis hin zu lebendig und marmoriert gestaltet werden. „Auch 3D-Bilder für WCs sind möglich.“ Die Kernkompetenz von Sascha und seinem kleinen Team liegt vermehrt in der Arbeit mit den einzigartigen Farbverläufen.



Doch nicht nur Böden werden durch Epoxidharz veredelt, auch Wände und Arbeitsplatten erhalten eine einzigartige Optik, wenn Sascha Fahnemann Hand angelegt hat. „Allerdings kann man auf Wänden nicht diese Verläufe kreieren, denn das Material ist dort standfest.“ Auf dem Boden hingegen hat man etwa 40 Minuten Zeit, um die optisch ansprechenden Farbverläufe zu erzeugen.





Apropos Farben: Bei der individuellen Anfertigung gibt es keine richtigen Farbkarten. „Wir haben keine Maschine zum Anmischen, da die Pigmente erst kurz vorm Auftrag angerührt werden dürfen.“ Natürlich bedeutet das nicht, dass die Kunden eine Katze im Sack kaufen. „Wenn ein Angebot angenommen wurde, dann erstellen wir ganz individuelle Muster. Welche Farben, ob Matt, Seidenglanz oder Hochglanz, ob mehr Adern, weniger Grau, mehr Weiß ...“, beschreibt der gebürtige Lütjenburger den Prozess der Farbfindung, bei dem es auch viel Einfühlungsvermögen gegenüber den Kunden braucht. „Beim dritten Muster haben wir dann spätestens das erreicht, was der Kunde genau möchte.“ Ein einzigartiges Spiel mit Nuancen. Damit das Know-how dieser Feinarbeit nicht verloren geht, hat Sascha ein Buch, in dem das indi- viduelle Mischungsverhältnis eines jeden Kunden hinterlegt ist – so ähnlich wie beim Friseur. Doch er ist nicht nur ein Spezialist, wenn es um Epoxy geht, sondern auch Mikrozement und klassische Malerarbeiten zählen zu seinen Stärken.

Und selbstverständlich verlege ich auch Teppich und Designbelag, wie zum Beispiel die im Moment sehr beliebten Designplanken“, so der Experte. Gerade weil die Kunden auf seine große Professionalität vertrauen, studiert er seit September letzten Jahres berufsbegleitend im Rahmen eines Fernstudiums Innenarchitektur. „Die visuelle Darstellung meiner Ideen ist mir unheimlich wichtig. Daher ist es sehr nützlich zu erfahren, wie bestimmte Programme funktionieren und wie man damit arbeiten kann.“ Manchmal ist er zum Umdenken angehalten, denn das Verständnis für Farben, Licht und Raum ist im Bereich der Innenarchitektur noch mal ein ganz anderes.


Neben der persönlichen Weiterentwicklung liegen dem Vierzigjährigen seine Azubis sehr am Herzen. So sehr, dass er inzwischen nur noch einen Auszubildenden zur gleichen Zeit lehrt. Anders als bei vielen anderen Berufsausbildungen legt Sascha in seiner pädagogischen Zielsetzung als Ausbilder selbstverständlich großen Wert auf die Vermittlung von anwendbaren Fertigkeiten, aber er bietet auch ein positives Umfeld zur persönlichen Entfaltung: „Natürlich möchte ich gerne Techniken, Fähigkeiten und Farbzusammenspiele vermitteln. Da bin ich sogar sehr akribisch. Aber es ist auch wichtig, sich auf persönlicher Ebene nah zu sein und das Selbstbewusstsein zu stärken.“ Der Malermeister hat große Freude daran, seine Azubis auf dem Weg zu jungen erwachsenen Menschen zu begleiten. Im Rahmen einer Ausbildung bei Art & Raumdesign dürfen die Lehrlinge gerne für einen Schüleraustausch ins Ausland. „Frankreich bietet sich dafür an“, so Sascha Fahnemann. „Es ist toll, im Ausland zu arbeiten, um neue Techniken zu erfahren. Auch als Nachbarland zu Deutschland gibt es in Frankreich andere Materialien und andere Vorgaben.“ Außerdem sei es ein wertvolles Geschenk, schon in der Ausbildung mal rauszukommen und fremde Luft schnuppern zu dürfen.

Falls der Handwerks- und Ausbildungs- betrieb Art & Raumdesign nun nach der passenden Lehrstelle für den einen oder anderen kreativen Kopf klingen mag, dann lohnt es sich in jedem Fall, das Thema Bewerbung anzugehen. Für 2021 sucht Sascha noch einen neuen Azubi: „Mir ist es wichtig, keine 0815-Bewerbung zu sehen, sondern etwas Individuelles. Ich möchte gerne ein Gespür für die kreative Ader des Bewerbers bekommen und wie er oder sie diese umsetzt.“


Mit viel Tatendrang und Herz hat Sascha sich mit seinem Betrieb in der Vergangenheit auch für soziale Projekte engagiert. Zwei Kindergärten und ein Wohnhaus einer Familie in Not hat er in Zusammenarbeit mit anderen Firmen renoviert. „Kieler Handwerk hilft“ hieß die regionale Aktion und hat sich rein durch Spenden von Dienstleistern, Herstellern und Lieferanten finanziert. „Und kürzlich haben wir einen Tisch aus Epoxidharz mit eingegossenem Wikingerschwert zugunsten der Kinderkrebshilfe Kiel versteigert“, erzählt er.

Es ist immer viel los bei dem Vater von zwei Söhnen. Da auch Saschas Tag nur 24 Stunden hat, sah er sich 2017 deswegen gezwungen, seinen Betrieb zu verkleinern. „In den Hochphasen hatte ich acht Mitarbeiter.“ Doch die Verkleinerung ist kein Grund, sich in der Zukunft nicht weiterhin sozial zu engagieren. Wenn die Zeit gekommen ist, ruft er bestimmt ein neues Projekt ins Leben: „Irgendetwas fällt mir immer ein.“


Art & Raumdesign Seekoppelweg 20 / Halle 10 • 24113 Kiel Tel. 0151 – 43211582

https://www.art-raumdesign.de

Fb: ArtundRaumdesign

ig: art_und_raumdesign

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