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Collagen

Aktualisiert: 19. Jan 2019

Eintauchen in eine andere Welt.


Schon während ihres Studiums in den 1980er Jahren an der Pädagogischen Hochschule in der Heimatstadt Heidelberg spielte Uta Kathleen Kalthoff mit der Technik der Collage. Im Vordergrund stand der Reiz des Montierens von verschiedenen Papieren und Schriftfragmenten, eingebunden in Farbe und graphische Elemente. Etliche Jahre später entwickelte sich die Lust mit der Collage Geschichten zu erzählen, die Arbeiten erhielten seit 2008 den Obertitel „life stories“, es entstanden u.a. „shoe stories“ für eine Gemeinschaftsausstellung 2016 in Berlin oder jetzt aktuell „love stories“.

An unterschiedlichsten Orten entdeckt Frau Kalthoff Fundstücke. Postkarten, Verpackungsmaterialien, alte Bücher, Kataloge, Eintrittskarten und Zeitungen werden nur noch „mit der Schere gelesen“. Von Freunden und Bekannten, die ihre Leidenschaft begleiten, bekommt sie immer wieder Bücher und Zeitschriften geschenkt, wie u.a. einige Ausgaben der Kunstzeitung DU aus dem Jahre 1961, die sie seit 2017 inspirieren und wie im Rausch neue Geschichten zu erzählen.

Besonders reizvoll an diesem Material ist einerseits die Haptik des Papiers und andererseits die Darstellung der Frau – nicht nur ihre Stellung in der Gesellschaft der 60er Jahre, sondern auch die damalige Mode wird authentisch transportiert und entführt den Betrachter der finalen Kunstwerke in eine andere Epoche. Diese Serie bekam den Titel „black stories“, weil sie farbreduziert nahezu in Schwarzweiß gehalten ist, in die graphische Elemente mit Vogelfeder und Tinte gezeichnet mit eingebunden werden.


Das Arbeiten mit der Collage ist wie ein Eintauchen in eine andere Welt, ursprüngliche Identitäten werden getilgt, ebenso ihre Herkunftsspuren. Der französische Dichter Lautréamont um 1920 formulierte es sehr treffend: „Schön, wie das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“. Aktuell zeigt die bekannte Künstlerin unter dem Titel „make a creative world“ im Antiquariat Diderot eine kleine Retrospektive über 30 Jahre, beginnend mit ihrer Holzdruckserie „Stuhlansichten“ von 1987, die sie während ihres Kunststudiums als serielle Unikate im Offsetverfahren druckte. Seitdem ist sie ihrer Arbeitsweise, Serien zu einer Thematik zu gestalten, treu geblieben. Sowohl in der Druckgraphik, als auch in der Malerei und in ihren Collagen. So bietet die Ausstellung ein breites Spektrum an künstlerischen Techniken und Themen.

Viele der Arbeiten sind käuflich zu erwerben, auch in kleinen Formaten gewissermaßen als „Art to go“.


Atelier Uta Kathleen Kalthoff

www.uta-kalthoff.de


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