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Entschleunigung zwischen Apfelbäumen


Bei Randolph Schröders Unternehmenssitz in Flintbek steht das Wohl der Mitarbeiter an oberster Stelle. Denn sie sind es, die dem Betrieb seit fast 100 Jahren zum Erfolg verhelfen, tagtäglich Garten- und Industriescheren herstellen und Klingen von höchster „Original LÖWE“-Qualität schleifen. Die Begeisterung des Diplom-Ingenieurs für den familiengeführten Betrieb und den Stolz auf die eigenen Produkte erleben wir bei einem Rundgang durch die Fertigungshalle.

„Unsere Scheren sind so gut, weil wir keinen Produktionsschritt aus der Hand geben“, erklärt Randolph Schröder mit spürbarer Passion „Bei uns gibt es keinen Stillstand. Wir entwickeln uns, unsere Materialien und unsere Verfahren permanent weiter. So wie wir schleift halt kein anderer!“


Damit die Mitarbeiter*innen mit ebensolch großer Leidenschaft jeden Tag an ihren Arbeitsplatz kommen, überlegt sich der Inhaber des Weltmarktführers stets neue Wege hin zu einer noch angenehmeren Arbeitsatmosphäre. Einer der ersten Schritte war die Beteiligung an den Kinder- betreuungskosten seiner Mitarbeiter*innen. Auch weil er das Unternehmen mit Löwe und Zahnrad im Logo in der dritten Generation von seinem Vater übernahm, hat der Wert der Familie für ihn eine große Bedeutung. Darüber hinaus ist vor Ort in der neuen Produktionsstätte in Flintbek dank der wahrlich großen Grundstücksfläche noch mehr Wohlfühlatmosphäre entstanden. Gemeinsam mit Doris Schuster von der Obstquelle in Schwentinental entstand eine Streuobstwiese – direkt anliegend an Fertigungshalle und Verwaltungsgebäude.

Wertvoller Lebensraum und zugleich Erholungsort Streuobstwiesen sind alte Kulturgüter, die immer seltener werden. Doch sie sind enorm wichtig als Ökosystem für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Über die Hälfte aller in Schleswig-Holstein lebender Fledermausarten bevorzugen diese Flächen als Lebensraum, zahlreiche Insekten profitieren von der Blüte und dem Fallobst. Außerdem werden alte regionale Obstsorten durch ebensolche Streuobstwiesen erhalten und gefördert. Neben dem Naturschutz profitieren auch die Original LÖWE-Mitarbeiter*innen von diesem neuen Erholungsort. Nach wenigen Metern gelangen sie in ihrer Mittagspause auf die Wiese. Ein Mähroboter erledigt mit einem Surren seine Arbeit, doch viel eindrucksvoller ist die Schönheit der Natur, die beim Betreten der Wiese im Körper und Geist direkt Wohlbefinden auslöst. Eine kleine Auszeit, die nach der intensiven Arbeit in der Pause Erholung schafft und die Akkus wieder aufladen lässt. Keine Hektik oder Stress, es stehen plötzlich nur noch die eigenen Sinne im Vordergrund: Fühlen, Sehen, Hören und Riechen.

Das Gras kitzelt an den Waden, Bienen und Falter fliegen zwischen üppig gewachsenem Klee, Schafgarbe, Disteln und anderen blühende Pflanzen umher. „Hier in diesen Blühstreifen leben zahlreiche Insekten – Bienen und Hummeln, die für die Bestäubung und Befruchtung der Apfelbäume und Wein-Reben sorgen“, erklärt Doris Schuster beim Durchqueren der Fläche. Sie hat Randolph Schröder im letzten Jahr zu der Streuobstwiese beraten und sich mit ihrem starken Team um die Bepflanzung gekümmert. Vorab hat die begeisterte Spezialistin für Obstanbau mit dem Original LÖWE-Chef Randolph Schröder im Rahmen einer Apfelprobe herausgefunden, welche Sorten anzubauen sind.


Vor dem Bürobereich wurden außerdem 99 Weinreben angepflanzt. Für die hat Doris Schuster ein individuelles Gerüst gebaut. So finden die schweren Trauben später beim Hochranken entsprechenden Halt. Die Pflanzen kommen ebenfalls direkt aus der Region vom Winzer Steffen Montigny aus Grebin bei Plön. „Vielleicht gibt es ja bald einen Original LÖWE-Wein“, scherzt Randolph Schröder.

Tradition und das blühende Leben

Eine bunte Streuobstwiese beim Obstscherenhersteller ist ähnlich einleuchtend wie ein

Kräutergarten hinter einem Sternerestaurant und sozusagen das i-Tüpfelchen. Nicht nur die beste Gelegenheit, um die Original LÖWE-Scheren direkt am Objekt zu testen, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere – zudem auch Entschleunigungsort für die Mitarbeiter*innen. Wenn der Fruchtertrag es im kommenden Jahr zulässt, möchte Randolph Schröder eine weitere neue Unternehmenstradition einführen. Ein gemeinsames Erntefest zum Mitmachen für die Familien. Ein Teil der Ernte wird in Doris Schusters Mosterei zu flüssigem Obst verarbeitet, denn schließlich hat sie die notwendige Ausrüstung dazu und kann so den süßen Geschmack des Herbstes als Saft haltbar machen.


„Von lieblich bis sauer ist für jeden Geschmack etwas dabei“, erklärt Doris Schuster, als sie durch die Reihen der noch kleinen Obstbäume führt. „Wir haben mit Boskoop, Herbstprinz, Karmijn de Sonnaville, Cox Orange, Ingrid Marie und Holsteiner Cox eine riesige Sortenvielfalt. Doch die Favoriten von Original LÖWE waren eindeutig Elstar und Jonagold, deswegen haben wir davon am meisten gepflanzt.“

Für eine bunte Vielfalt sorgen außerdem Kirschen, Birnen, Mirabellen und Quitten im hinteren Bereich, denn typisch für Streuobstwiesen ist die gemischte Anbauweise von unterschiedlichen Obstbäumen. „In den ersten zwei, drei Jahren sind die Jungbäume etwas pflegeintensiver, weil sie gut anwachsen müssen und gerade in den heißen Sommertagen viel Wasser benötigen“, beschreibt Doris Schuster den zu erwartenden Pflegeaufwand. „Wenn die Bäume ihre Stämme entwickelt und Wurzeln ausgebildet haben, wird die Pflege weniger und es genügt, einmal im Jahr abzumähen.“ Das freut dann auch die Insekten in ihrem Kleinbiotop. Selbstverständlich bietet die Obstbäuerin ihre Expertise auch für Beratungen und Bepflanzungen im privaten Bereich an. „Es muss nicht immer gleich eine so große Streuobstwiese wie diese hier sein“, lacht sie.


Original LÖWE • Gebr. Schröder GmbH

Konrad-Zuse-Ring 3 • 24220 Flintbek Tel. 04347 – 71170-0 • www.original-loewe.de


Obstquelle – Obsthof, Hofladen, Mosterei

Doris Schuster

Rastorfer Mühle 3 • 24223 Schwentinental Tel. 04307 – 294 • www.obstquelle.de

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