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NORDART 2021


Hier oben im Norden im Herzen

Schleswig-Holsteins hat sich eine Kunstausstellung etabliert, die europaweit ihres gleichen sucht. Schon zum 22. Mal öffnet die NordArt ihre Tore und lädt noch bis zum 10. Oktober wieder zu einer Weltreise durch die Kunst ein. Einen zweiten Sommer ohne Kunst soll es nicht geben: Deshalb lenkt ein Online-Ticketing-System die Besucherströme, um jedem einzelnen Gast einen unbeschwerten Aufenthalt im Kunstwerk Carlshütte zu ermöglichen. Aber auch direkt vor Ort können Interessierte mittlerweile die Eintrittskarten erwerben.


Das Kunstwerk Carlshütte in Büdelsdorf bei Rendsburg ist ein Ankerplatz für Künstler*innen aus aller Welt und ein Zuhause für internationale Kunst. Hier, in den riesigen Hallenschiffen der historischen Eisengießerei, findet eine der größten jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa statt. Die notgedrungene Pause 2020, sagt Chefkurator Wolfgang Gramm, habe eindrucksvoll vor Augen geführt, wie unverzichtbar Kunst und Künstler für Geist und Seele, für das menschliche Zusammenleben seien.


Deshalb erzähle das Kunstwerk

Carlshütte seine Geschichte nun weiter, brenne geradezu darauf, die Hallen und den Skulpturenpark wieder mit Leben zu füllen. Die Carlshütte, in der über viele Jahrzehnte hinweg Eisen geschmolzen wurde, ist heute ein Schmelztiegel ganz anderer Art: Zwischen Juni und Oktober werden Bilder und Skulpturen, Fotografien und Installationen von mehr als 200 ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt zu einem Gesamtkunstwerk. Jedes Werk steht für sich und zugleich im Dialog mit den anderen. Im Zusammenspiel mit der imposanten Kulisse entwickelt sich eine ganz eigene Atmosphäre und lädt auf eine Entdeckungsreise ein. Neben den Gießereihallen mit ihren 22.000 Quadratmetern Fläche gehören dazu die Außenanlagen mit dem 80.000 Quadratmeter großen Skulpturenpark und der charmanten ACO Wagenremis.


Die NordArt 2021 nimmt natürlich das Drehbuch des Vorjahres auf, viele der geplanten Projekte wurden aktualisiert und neue Ideen sind dazugekommen. Jedes einzelne Kunstwerk verknüpft sich so mit allen anderen zu einer Erzählung vom Menschsein. Dabei hat sich dieses Mal ein Thema besonders herausgebildet: die Auseinandersetzung mit unseren ethischen Grundsätzen und die Suche nach Wegen, um verloren gegangene Werte in die Moderne zu retten. Das gilt zum Beispiel für den Länderfokus, der sich der zeitgenössischen Kunst in der Ukraine widmet. Die Kuratoren des Ukrainischen Pavillons sind Evgen Karas und Darina Momot aus Kiew und präsentieren unter dem

Ausstellungstitel „Die Grenzen der Realität“ Arbeiten von 22 ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern und das „A4 ballpoint project“. „Was bedeutet es, Mensch zu sein jenseits der Grenzen der Realität? Wir können beobachten, wie die Kunst neue Lehren aus früheren Vermächtnissen der Zivilisation erforscht und vergleicht, um einen neuen konzeptuellen Apparat für die Navigation in einer Welt zu entwickeln“, sagt das Kuratoren-Duo. Die Schirmherrschaft für den Pavillon hat der ukrainische Botschafter in Deutschland, S.E. Dr. Andrij Melnyk, übernommen.


Auch die Sonderausstellung „Identität •

Zeitgenössische Kunst aus Zentralasien“, die Malerei aus Usbekistan, Kasachstan und Tadschikistan zeigt, nimmt die Suche nach Orientierung in den Fokus. Kurator Dr. Manuchehr Kudratov erklärt die gemeinsame Perspektive so: „Die Spurensuche über die eigene Identität orientiert sich an mythopoetischen Traditionen und dem Sufismus, die zugleich hinterfragt werden. Die Künstler demonstrieren ihre individuellen Mythologien und originellen Wege im Umgang mit dem kulturellen Erbe der Region.“ In der ACO Wagenremise wird es fantastisch, ziehen teils realistische, teils tierische menschliche Wesen ein. Eine Welt voller mythologischer, politischer, ironischer Anspielungen. Ein Wiedersehen gibt es mit allen Preisträgern der NordArt 2019. Dazu gehören die drei Publikumspreisträger David Černý aus der Tschechischen Republik, Deng Guoyuan aus China und Xi Jianjun aus Großbritannien sowie Ochirbold Ayurzana aus der Mongolei – Preisträger des von Hans-Julius und Johanna Ahlmann gestifteten und mit 10.000 Euro dotierten NordArt-Preises.


Das Kunstwerk Carlshütte ist eine Non-Profit-Kulturinitiative der international tätigen ACO Gruppe und der Städte Büdelsdorf und Rendsburg und ein besonderer Ort für Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Filmvorführungen. Der Mittelpunkt ist die seit 1999 jährlich in den Sommermonaten stattfindende NordArt. Mehr als 3000 Künstler*innen aus aller Welt bewerben sich jedes Jahr um eine Teilnahme.


Die Ausstellung lebt von den

unterschiedlichen Perspektiven einzelner Kulturen, macht aber auch deutlich, dass Ost und West, Süd und Nord viele gemeinsame Hoffnungen und Träume haben. Um die Einblicke zu vertiefen, widmet die NordArt jedes Jahr einem anderen Land einen eigenen Pavillon und präsentiert Sonderprojekte, kooperiert mit Botschaften, Kulturinstitutionen und Kuratoren aus verschiedenen Ländern. Die NordArt zählt in jeder Saison mehr als 100.000 Besucher*innen. Kurator*innen der NordArt sind Wolfgang Gramm und Inga Aru. Gastgeber im Kunstwerk Carlshütte ist das Unternehmerehepaar Hans-Julius und Johanna Ahlmann.


Virtuelle Angebote der NordArt: „NordArt – Digitale Führungen“ auf dem YouTube-Kanal der NordArt: www.youtube.com/c/NordArt_channel Moderiert von den NordArt-Guides prä- sentiert die Filmreihe von Conrad Pfüller informativ und unterhaltsam Kunstwerke aus früheren Ausstellungen und verkürzt so die Zeit bis zur aktuellen NordArt. Virtuelle Rundgänge: www.nordart.de/ virtuelle-rundgaenge.html Eine Reise durch die Zeit: 360-Grad-An- sichten der NordArt seit 2009


NordArt 2021 live

5. Juni – 10. Oktober Öffnungszeiten: Di–So 11–19 Uhr Vorwerksallee • 24782 Büdelsdorf

Tel. 04331-354 695

www.nordart.de

info@kunstwerk-carlshuette.de

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