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Zähne zeigen statt Mundgeruch: Im Mund beginnt gesund


Niemand spricht gern über Mundgeruch. Es ist schwierig, Freunde oder Arbeitskollegen auf üblen Atem anzusprechen und umso peinlicher ist es, darauf angesprochen zu werden. Mundgeruch betrifft hier und weltweit geschätzt jeden Dritten bis Vierten, obwohl er zumeist einfach behandelbar ist. Allerdings kann Mundgeruch ein Hinweis für Krankheiten sein und Krankheiten begünstigen. Woher kommt der üble Atem?

Seit unserer Geburt sind wir alle dicht mit Bakterien besiedelt: eine komplexe mikrobielle Gemeinschaft lebt auf der Haut, in den Atemwegen und im gesamten Verdauungstrakt, beginnend im Mund. Unser Mikrobiom lebt auf uns, vermehrt sich und verdrängt sich gegenseitig. Dabei entstehen Stoffwechsel Produkte, von denen wir profitieren aber auch krank werden können – und die manchmal ganz simpel unangenehm riechen, besonders am Morgen.

Erkrankungen

Unangenehmer Geruch entsteht, wenn krankmachende Bakterien im Nasen-Rachenraum oder in den Atemwegen sitzen wie beispielsweise bei Bronchitis oder chronischem Schnupfen. Magen-Darm Beschwerden wie beispielsweise Sodbrennen oder Verstopfung führen zu unangenehmen Gerüchen und Ausdünstungen. Menschen mit Diabetes oder anderen Stoffwechsel Erkrankungen können einen krankheits-bedingten, spezifischen Geruch entwickeln, der manchmal den Atem negativ beeinflusst.

Ernährung

Wenn man ohne Nachfrage weiß, was das gegenüber gegessen hat, dann war es wahrscheinlich ein Gericht mit frischem Knoblauch oder Zwiebeln, das als schwefelige Fahne entgegenweht. Fasten Sie oder ernähren Sie sich einseitig? Vielleicht kann man es riechen. Dennoch: In neun von zehn Fällen hat der Mundgeruch seinen Ursprung direkt im Mund. Deshalb will ich das Augenmerk besonders auf die Bedingungen Mund-Hygie-ne, Zahn- und Mundschleimhaut-Probleme legen.

Trockener Mund

Durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr, durch Erkrankungen, Hormonhaushalt und Medikamente entsteht Mundtrockenheit, und die Schleimhaut wird anfällig für die falschen Bakterienkulturen und Krankheiten. Der Speichel ist das Putzkommando im Mund, den man übrigens auch mit künstlichem Speichel im Krankheitsfall ergänzen kann. Mundatmung und Schnarchen übrigens, an die man nicht zuerst bei Mundgeruchs-Problemen denkt, trocknen den Mund aus, und Verwesungskeime haben leichtes Spiel. Viel trinken hilft! Rauchen, Alkohol- und Kaffeegenuss reduzieren hingegen die Feuchtigkeit im Mund – freie Fahrt für fiesen Atem!

Biotop Mundhöhle

Mikroben wie Bakterien, Pilze und Viren tummeln sich zuhauf auf Zähnen, in Zwischen-räumen, Zahnfleischtaschen, Zahnschäden sowie defekten Füllungen oder auf der Zunge. Je üppiger dort der Belag und die Speisereste sind, desto mehr können sie verdauen und zersetzen. Dabei entstehen Schwefelverbindungen mit typischem, unangenehmem Geruch.

Packen wir es an – das Biofilm-Management im Mund

Runter mit Plaque ist die Devise – gehen Sie den Bakterien mit gründlichen Reinigungsstrategien an den Kragen. Reinigen Sie mindestens 2x täglich Ihre Zähne, idealer weise 30 min nach dem Essen, mit einer guten Zahnbürste, Zahnseide und Zahn- Zwischenraum-Bürsten. Zungenschaber und Dentalsticks stehen Ihnen auch zur Verfügung, um Ihren Mundraum zu reinigen und zu pflegen. Verwenden Sie fluorhaltige Zahnpasta? Sie härtet den Zahn und macht ihn weniger anfällig für Karies. Ein fluorisierendes Gel, das wöchentlich aufgetragen wird, ergänzt ideal die Stärkung der Zahnsubstanz und senkt das Karies-Risiko. Ihr Zahnarzt bietet eine professionelle Zahnreinigung an, von der Ihr Lächeln und Ihre Zähne profitieren, genau wie eine gewissenhafte, regelmäßige Zahnkontrolle. Das Ölziehen hat eine lange ayurvedische Tradition – Pflanzenöle werden im Mund gekaut, hin und her geschlürft und schlussendlich wieder ausgespuckt. Wir empfehlen dazu eine spezielle Mischung mit ätherischen Ölen, die nebenbei antibakteriell wirken. Wichtig ist, viel Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken: Gerade Tees mit antibakterieller Wirkung wie Pfefferminz, Kamille oder Salbei eignen sich neben dem Trinken auch für Mundspülungen. Speziell desinfizierende Mundspülungen helfen ebenfalls, jedoch ist von einer Daueranwendung (mehr als zwei Wochen täglich) abzuraten, um die gesunde Mikrobiom-Besiedelung im Mund nicht zu stören.

Mundgeruch – ein Gefahrenzeichen?

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Karies und Zahnfleisch Entzündungen und gesundheitlichen Risiken. So steigt die Gefahr bei schlechten Zähnen und Entzündungen im Mundraum, während der Schwangerschaft eine Fehlgeburt zu erleiden, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken oder unter Potenz-Problemen zu leiden.

Machen Sie den Handgelenk-Leck-Test

Finden Sie heraus, ob Sie unter Mundgeruch leiden, indem Sie mit Ihrer Zunge, am besten einem hinteren Teil, über ihren Handrücken lecken. Riecht der getrocknete Speichelfilm unangenehm, trifft das auf Ihren Atem auch zu.

Erste-Hilfe-Tipps bei schlechtem Atem Petersilie

Sie ist reich an Chlorophyll, das effektiv schlechte Gerüche neutralisiert. Das funktioniert übrigens auch zuverlässig als Chlorophyll-Dragee. Achtung, größere Mengen von Petersilie eignen sich nicht für Schwangere. Zahnpflegenden Kaugummi kauen fördert die Speichelproduktion und senkt den schlechten Atem. Oder Sie essen ungesüßten Naturjoghurt, denn er liefert wertvolle Milchsäure-Bakterien, die dann zur gesunden Balance des Mikrobioms beitragen und Verwesungskeimen entgegenwirken. Überhaupt spricht die Studienlage für sich: auch probiotische Lutschtabletten helfen gegen Mundgeruch sowie gegen Karies und Zahnfleisch Entzündungen.

Co-Faktor Stress

Vielen schlägt Stress auf den Magen, man schläft schlecht oder der Rücken schmerzt. Frauen leiden häufiger als Männer unter Bruxismus, wie man das nächtliche Zähneknirschen nennt. Es belastet den Kauapparat, aber auch die Kopf- und Nackenmuskulatur. Anscheinend existiert auch ein Zusammenhang zwischen Zähneknirschen und Schwindel, Migräne und Rücken- bis Knieschmerzen. Wem morgens die Gesichtsmuskulatur schmerzt vom Knirschen, der kann sich tagsüber helfen mit warmen Tüchern, die die Muskeln entspannen oder nachts mit Kauschienen, die den Druck verteilen und die Zähne schonen. Lächeln steckt an, macht gesünder, glücklicher und kreativer. Es lindert Schmerzen, verlängert das Leben und macht sympathischer. Zeigen Sie Zähne!

Nautilus Apotheke Volker Jüngerich e.K. • Holstenstraße 2 – 12 • 24103 Kiel •

Tel. 0431 – 90667141 • www.nautilusapotheke.de

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