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Obstquelle

Geschmackliche Vielfalt im integrierten Obstanbau



Mit der goldenen Herbstzeit beginnt auch die Apfelernte. Es ist die Zeit, die in geschmacklicher Hinsicht eine besondere Vielfalt in der Obstquelle in Schwentinental bei Kiel liefert. Denn die Obstquelle zählt zu den wenigen Erzeuger*innen, die noch regionaltypische Obstsorten sowohl in ihrer Plantage auf schwachwüchsigen, als auch extensiv auf der Streuobstwiese auf halb- und hochstämmigen Obstbäumen kultiviert.


Hinaus aus Kiel begebe ich mich auf die B76 auf den Weg zur Obstquelle. Seit 1933 ist die Familie Schuster auf der Rastorfer Mühle ansässig. Heute bewirtschaftet Doris Schuster gemeinsam mit ihren Eltern Ursula und Ernst bereits in dritter Generation hier ihren Obsthof Obstquelle.


Schon seit 1899 gibt es diese sieben Hektar große Fläche – bis 1960 wurde zwischen den Bäumen noch Ackerbau und Weidewirtschaft betrieben.

Dann begann der Aufbau einer Erwerbsobstanlage mit Apfelbäumen. Heute produziert die Familie Schuster Kern-, Stein- und Beerenobst.

Eingebettet in das Schwentine-Tal liegen die Kulturen der Obstquelle auf den nach Südosten geneigten Hängen. Die während der Eiszeit aufgeschobenen Böden sind lehmig, gut mit Nährstoffen versorgt und halten ganzjährig genügend Wasser für die Pflanzen bereit.


Die Kulturen hier stehen in einem natürlich gewachsenen Biotop und um dieses komplexe Umfeld zu erhalten, bewirtschaftet Doris Schuster ihre Plantagen nach den Richtlinien des Integrierten Anbaus – stets mit dem Bestreben ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Ökologie und Ökonomie zu halten. Das Motto des Integrierten Anbaus lautet: so viel wie nötig – so wenig wie möglich.

Moderne Überwachungsverfahren, der Einsatz von Lockstoffen (für Flugkontrollen), die Verwendung biologischer und mechanischer Bekämpfungsverfahren ermöglichen der Obstbäuerin, deutlich weniger chemische Pflanzenschutzmittel einzusetzen als in der Vergangenheit. Die Schonung von Nützlingen wie zum Beispiel Marienkäfern, Blumenwanzen, Schlupfwespen, Gallmücken, Florfliegen, Schwebfliegen und Raubmilben ist oberste Priorität, denn sie sind die natürlichen Gegner verschiedener Schädlinge.


Natürliche Lebensräume für nützliche Insekten schaffen hier beispielsweise Insektenhotels. Die zweckdienlichen Holzbeuten für die Bienenvölker von Imker Sven Petersen stehen ganzjährig in der Obstplantage. Denn die Bienen helfen nicht nur während der Obstblüte, um diese zu bestäuben, sondern finden in der Obstquelle auch in anderen Pflanzenblüten von Frühjahr bis Herbst ausreichend Nahrung, bis sie schließlich in die wohlverdiente Winterruhe gehen. Für Amphibien gibt es einen Teich und für Schlangen und Echsen Steinhaufen zum Verstecken und Sonnen. Die Obstplantage hat im Zentrum mehrere hohe Laub- und Nadelbäume, in denen Vögel Platz zum Brüten finden. Der Mäusebussard beispielsweise ist gerne behilflich bei der Reduzierung der Mäusepopulation.


Das Ziel ist es, innerhalb eines funktionierenden Ökosystems gesundes und schmackhaftes Obst zu erzeugen.


Äpfel

Schon vor Jahren erweiterten die Schusters ihr Standartsortiment von Holsteiner Cox, Cox Orange, Boskoop, Breaburn, Rubinola, Alkmene, Elise, Elstar, Gala, Glockenapfel, Topaz, Pinova, Rubinette, Ingrid Marie, Jonagold, Jonagored, Gloster, im Kernobstbereich um etliche vor allem alte Apfelsorten. Zwischen Ontario und dem Seestermüher Zitronenapfel, Karmijn de Sonnaville, Gravensteiner und den vielen anderen Sorten findet wohl jeder seinen „Lieblings-Apfel“. Neu im Sortiment sind die Sorten Santana und Wellant.


Birnen

Das Birnenangebot beginnt schon Ende Juli mit der Kochbirne „Bunte Juli“. Von September bis in den März bietet die Obstquelle ihre Tafelbirnen der Sorten Vereinsdechant, Bürgermeister, Conference, Concorde, Kaiserkrone, Alexander Lucas und Vereinsdechant an.


Quitten

Vor Jahren noch vernachlässigt erfreut sich die Quitte gerade in jüngster Zeit als Küchen- oder Verarbeitungsfrucht wieder zunehmender Beliebtheit. Von Mitte bis Ende Oktober werden die Früchte geerntet – hier bei den Schusters gibt es die Apfel- und Birnenquitte.

Die Verarbeitungsprodukte wie Quittengelee und unterschiedliche Quittensäfte sowie -nektare gibt es natürlich das ganze Jahr hindurch im Hofladen.


Apfelsaft aus frischen Früchten

Sonntags gebracht – Montags gemacht!


Doch die Äpfel von der Obstquelle kommen nicht nur als reines Naturprodukt in den Hofladen, sie finden über die hofeigene Mosterei verarbeitet später als Saft ihren Weg in die Bogenscheune.


Und die Familie Schuster verarbeitet nicht nur die eigenen Äpfel zu Säften. Hier kann jeder die eigene Apfelernte aus dem Garten in die Mosterei bringen. Dabei ist es wichtig, dass das gelieferte Obst frei von Laub und faulen Früchten ist. Grundsätz- lich wird nur sauberes Obst angenommen. Die angelieferten Kisten werden in einer mit Ihrem Namen gekennzeichneten Kiste deponiert, separat gemostet und als naturtrüber Apfelsatz abgefüllt – in bags für Bag in Box Kartonagen. Die Kartons sind mehrfach zu verwenden. Für Neun Kilogramm Obst erhält der Kunde einen Bag in Box Karton mit fünf Litern Saft zu Tageskonditionen.

Wer auch Birnen oder Quitten in den Apfelsaft integriert haben möchte, verabredet die Zugabe vor der Abgabe der Früchte.


Das Obst sollte sonntags von 10 bis 17 Uhr bei der Obstquelle abgeliefert werden.


Für „die Großen“ gibt es außerdem noch den köstlichen Apfel-, Apfel-Birnenwein und Apfelquittenwein aus eigener Produktion.


Die Hunkelstide von Jeanette Winterstieg aus dem benachbarten Giekau verarbeitet das Obst der Obstquelle, das nicht in den Handel oder die Mosterei geht, zu Trockenobst. Dörren ist eines der ältesten Verfahren, Frisches zu konservieren. So simpel und umso faszinierender, dass man etwas haltbar machen kann, ohne so etwas wie Konservierungsstoffe hinzuzufügen. Die Luftstromöfen lassen nur das Wasser verdunsten, weiter nichts – Farbe und Geschmack bleiben.


Als einziges Hilfsmittel nutzt Jeanette Winterstieg hierbei ein abgespecktes Maschinchen, das in den Backstuben von Bäckereien Äpfel für Kuchen schält, das Kerngehäuse entfernt und in Ringe schneidet. Geschält wird nicht in der Hunkelstide, denn die Schale enthält schließlich die wichtigen Vitamine. Neben dem Trockenobst verarbeitet die Hunkelstide das Obst der Obstquelle auch zu Apfel-, bzw. Birnentee, Quittensenf und vielem mehr. Später finden wir das Trockenobst wie auch die anderen Produkte von der Hunkelstide neben den vielen hauseigenen Produkten der Obstquelle.


Zur Vervollständigung beziehungsweise als Ergänzung zum Sortiment der hofeigenen Erzeugnisse gibt es Käse-, Eier-, Fleisch- und vieles mehr auch von anderen Produzenten aus der Region im Hofladen an der markanten Bogenscheune, die übrigens auch für das Logo der Obstquelle Modell stand.


Obstquelle • Doris Schuster • Rastorfer Mühle 3 • 24223 Schwentinental


TERMIN UNBEDINGT VORMERKEN:

10. NOVEMBER 2019 HERBSTMARKT AUF DER OBSTQUELLE, VON 10 BIS 17 UHR


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