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Kiels Wildgehege

Was gibt es Schöneres als an einem sonnigen Winternachmittag in die dicken Stiefel zu steigen, das Laub bei jedem Schritt knistern zu hören und die frostige Nase für einen ausgedehnten Spaziergang in die klare Luft zu halten? Wie wäre es also mit einem Ausflug in eines der Tiergehege der Stadt?



Vom Damwild über Rotwild, Bisons, Wisente, Muffelwild bis hin zu Soay-Schafen, Grauen Heidschnucken und vielen mehr – die Kieler Tiergehege haben einiges zu bieten. Über 200 Tiere von einheimischen und in Schleswig-Holstein eingebürgerten Wildtierarten sowie europäische Haustierarten lassen sich in den fünf über die Stadt verteilten Forst- und Wiesenflächen bei einem entspannten Spaziergang bewundern – und das zu jeder Jahreszeit.


Tiergehege Tannenberg

Geprägt von weitläufigen Wald- und Wiesenflächen sowie kleineren Bächen und Weihern, erstreckt sich das größte Tiergehege Kiels auf knapp 40 Hektar. Be- sonders bekannt ist es für seinen „Hallenwald“, bestehend aus zum Teil 120 Jahre alten Buchen. In dem Waldgebiet zwischen Projensdorfer Straße, Industriebahn und Hochbrückenauffahrt läuft das Wild unein- gezäunt frei herum. Wenn im Winter die natürliche Nahrung im Wald knapper wird, kann es schon mal vorkommen, dass das neugierige Damwild, Muffelwild oder Rehwild beim Spaziergang etwas näher kommt. Trotzdem bittet die Stadt darum, die Tiere zu nicht füttern – sie werden ausreichend versorgt.


Tiergehege Hammer

Rund um den Kuhlensee, zwischen Ihlkatenweg und Ihlseeweg, befindet sich das Tiergehege Hammer. Auf 15,2 Hektar leben hier Damwild, Rotwild, Muffelwild, seit neuestem auch Dexter-Rinder, Graue Heidschnucken und zeitweise auch Islandpferde zusammen. Auch kleinere Spezies sind hier zu finden. So beherbergt die weitläufige Grünanlage unter anderem einen großen Waldameisenhaufen und ein Insektenhotel. Vor Sturm und Regen bieten Wetterhütten Schutz. Liebhaber der Flora finden auf den ausgedehnten Flächen einige Pflanzenarten der Roten Liste. Es empfiehlt sich daher, das Botanik-Buch mitzunehmen – auch bei frostigen Temperaturen!


Tiergehege Suchsdorf

Zwischen dem Nord-Ostsee-Kanal und der Kronshagener-Ottendorfer Au liegt das Tiergehege Suchsdorf. Neben den großen Pötten, kann man hier Dam-, Muffelwild und Schottischen Hochlandrindern beim Grasen zusehen. Die rotbraunen, zottigen Rinder mit den breit ausladenden, lang geschwungenen Hörnern fühlen sich auf den ausladenden Weiden wie zuhause. Von dem schönen, fast ebenerdigen Rundweg aus, hat man einen tollen Ausblick sowohl auf die Tiere, als auch den Nord-Ostsee-Kanal. Die Kieler Tiergehege sind ganzjährig geöffnet und ziehen jährlich etwa 150.000 Be- sucher*innen an – Familien, Freunde und Paare ebenso wie zahlreiche Kindergärten und Schulklassen. Auf Wunsch bietet das Grünflächenamt fachkundige Führungen für Gruppen sowie für blinde Menschen an. Und auch die vierbeinigen Begleiter sind – bitte angeleint – immer herzlich willkommen.


Tiergehege Hasseldieksdamm

Das Tiegehege Hasseldieksdamm erlebt man am intensivsten bei einem ausgiebigen Spaziergang auf dem Rundweg. Auf den weitläufigen Wiesen des 12,7 Hektar großen Geheges und in dem kleinen urigen Waldgebiet laufen Heidschnucken, Auerochsen, Bisons, Wisente und sogar Sikawild frei herum. Zahlreiche Sitzgele- genheiten laden zu Verschnaufpausen bei einem mitgebrachten Becher Tee und einer Stulle oder Keksen ein – den Rucksack mit der Wegzehrung also nicht vergessen. Das Tiergehege zwischen Skandinaviendamm, Melsdorfer Straße und Hofholzallee ist barrierefrei zugänglich.


Tiergehege Uhlenkrog

Wer gerne wandert, kennt das Tiergehege Uhlenkrog. Es liegt direkt am Wandernetzwerk entlang der Struckdieksau und ist auch vom Zentrum Hassees sehr gut zu erreichen. Kiels kleinstes Tiergehege liegt mitten im Wohngebiet des Stadtteils Hassee und besteht hauptsächlich aus Grünland. Knicks, Baumgruppen und sehr alte Obstbäumen, prägen die Umgebung ebenso wie der große naturbelassene Weiher. Das Tiergehege Uhlenkrog ist das Zuhause des weißen Damwilds und der Soay-Schafe, die vermutlich älteste, noch lebende Schafrasse der Welt. Soay-Schafe sind vergleichbar mit den Hausschafen der Bronzezeit – wild, wetterhart und unabhängig vom Menschen.


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Fotos: LH Kiel / Bodo Quante; pixabay

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