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Liebe ist einzig, nicht artig

Aktualisiert: 16. Nov 2018

Flensburgs neues Eroktikunternehmen Fräulein Spitz


Wo einst Beate Uhse mit sexueller Aufklärung begann und bis heute große namhafte Erotikunternehmen ansässig sind, dort versprüht auch das junge Unternehmen Fräulein Spitz sein Feuer. Flensburg scheint also der Erotikstandort schlechthin zu sein, an dem auch Fräulein Spitz, ein inhabergeführter Online Erotik Shop, Wurzeln geschlagen hat. Die Gründerinnen Jennifer Eilers und Stefanie Höller führen seit 2014 auf ihre ganz eigene Art und Weise die Aufklärungsarbeit von Beate Uhse fort.


„Liebe ist einzig, nicht artig“ – so lautet der Leitgedanke hinter der Marke Fräulein Spitz. Artig ist weder das Team, noch das Thema. Hier wird Klartext gesprochen, das Thema „Liebe und Sexualität“ trägt schließlich jeder in sich. Höchste Zeit also, darüber offen zu sprechen. Wer bei Fräulein Spitz vorbeischaut, kauft deshalb nicht nur im Shop ein! Nein, als Kunde gewinnt man bei Fräulein Spitz Einblicke in die Welt der Sexualität, wird zur Selbstliebe ermuntert und in dem Mut zur Kommunikation bestärkt. Wie? Indem man sich mit all seinen Fragen telefonisch direkt an den Kundenservice wenden kann – und das ist das Alleinstellungsmerkmal dieses jungen Unternehmens. Ganz individuell und diskret berät das kleine Team seine ratsuchenden Klienten in allen Liebesdingen, indem es sich in ihre lustvolle, aber manchmal auch nicht ganz stolpersteinfreie Welt hineinversetzt. Was meist als eine Produktberatung beginnt, öffnet schnell den Raum für das eigentliche Problem, das der Anrufer hat. „Ich versuche zu eruieren, wo der Klient ansetzen könnte, um zu einer Lösung für seine Baustelle zu gelangen. Klar, das sind sensible Themen, aber wir nennen die Kinder beim Namen“, verrät Jennifer Eilers.

Wer das Fräulein Spitz eigentlich ist? Vermutlich für all diejenigen eine Anlaufstelle, die sich nicht trauen, mit dem besten Freund oder der besten Freundin über so Intimes zu sprechen, aber die Distanz zum Arzt oder Sexualtherapeuten erst recht nicht überwinden möchten. Das Fräulein Spitz steht irgendwo dazwischen, ist selbstbewusst, ein bisschen verrucht und sexy, aber auch fantasievoll. Es schickt seine Kunden (Frauen, Männer, Paare aller Generationen) auf eine inspirierende Reise voll Love Toys, Dessous und Accessoires. Und vor allem lädt es dazu ein, Vielfalt ebenfalls mit Schönheit gleichzusetzen, indem man beginnt, sich selbst anzunehmen, auch wenn man äußerlich oder innerlich vielleicht nicht einer vermeintlichen Norm entspricht.

„Alles lernen wir in der Schule: lesen, schreiben, rechnen und sogar Dinge, die wir nie wieder im Leben brauchen werden. Aber ein Thema, das so wichtig ist, weil es jeden von uns betrifft, das wird stiefmütterlich behandelt: Sexualität und der Umgang mit dem eigenen Körper. Und genau da setzen wir an!“ So erklärt Jennifer Eilers, eine der beiden Gründerinnen und das Gesicht von Fräulein Spitz, ihren Antrieb. „Wir gehen den Weg von Beate Uhse weiter, indem wir Menschen helfen, über ihre sexuellen Bedürfnisse zu sprechen.“

Viele hemmt die Scham oder nicht selten auch die Angst, den Partner mit den eigenen Wünschen oder Vorstellungen abzuschrecken oder zu überfordern oder sogar zurückgewiesen zu werden. Die Sorgen von Männern unterscheiden sich dabei nicht allzu sehr von den Unsicherheiten der Frauen. „Sexualität darf aber kein Tabuthema sein“, stellt Jennifer Eilers klar. „Deshalb führen wir fort, was in den 70ern mit der sexuellen Revolution begonnen hat“, sagt Jennifer Eilers selbstbewusst. „Wer uns in den Medien beobachtet, bei uns einkauft oder anruft, der macht den ersten Schritt auf sich selbst zu. Ich sage immer: Viele wissen nicht, was sie nicht wissen. Klar, das Wort „Aufklärung“ ist jetzt nicht gerade sexy. Aber wir geben Denkanstöße, stellen Fragen und hören zu.“

Durch diese Arbeit gewinnt das Thema Sexualität in der Öffentlichkeit an Wertschätzung. „Das Problem ist, dass die positive Beschäftigung mit Sexualität in den Medien bisher zu wenig Raum einnimmt“, erklärt Jennifer Eilers und meint damit, dass neben der Auseinandersetzung mit beispielsweise Skandalen, Affären, Missbrauch und Pornografie, die natürlich auch wichtig ist, eben jene positive Sichtweise auf Sexualität genauso Anteil haben muss. Erotik, Sinnlichkeit, Leidenschaft und Genuss – aus dieser Perspektive betrachtet, wird aus der schönsten Nebensache der Welt idealerweise eine schöne Hauptsache.


Jennifer Eilers sieht in ihrer Beraterfunktion ihre Bestimmung. Warum ihre Arbeit Anklang findet? Weil das Sprechen über Sexualität und Intimität nicht ausreichend gefördert werde, sagt sie, weder in Bezug auf Erziehung noch auf Bildung. „Offenheit vorleben, Kinderfragen zulassen und beantworten, Barrieren im Alltag auch sprachlich abbauen, indem man zum Beispiel damit beginnt, Körperteile neutral und fachlich korrekt zu benennen – das alles kann helfen, Kindern einen gesunden Bezug zu ihrem eigenen Körper mit auf den Weg zu geben.“ Sexualität und der Umgang damit ist letztlich etwas, das man allein erlernen muss und nicht passiv „beigebracht“ bekommt. Mal ehrlich, wer möchte dabei schon von seinen Eltern oder der Schule „an die Hand genommen“ werden? Aber Aufklärung muss begleitet und begünstigt werden.

Wie gut ist es daher, zu wissen, dass es Fräulein Spitz gibt, wo Kommunikation über Erotik, Sexualität und Leidenschaft ausgelebt, besprochen und zelebriert wird. Hier darf man in sich hineinhorchen, den eigenen Körper und den des Gegenübers in- und auswendig kennen lernen und vor allem über alles reden. So führt Fräulein Spitz fort, wozu Beate Uhse den Anstoß gab, und wir im Norden lassen uns inspirieren. «


Fräulein Spitz • www.fraeulein-spitz.de • Tel. 0461 – 9957426-0


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